Das Kirschlorbeer-Magazin: Dein umfassender Ratgeber

In unserem Magazin erfährst du alles, was du für eine gesunde und dichte Kirschlorbeerhecke wissen musst. Von der Auswahl der passenden Sorte über die richtige Pflanztechnik bis hin zu Pflegetipps und dem idealen Rückschnitt bieten wir dir fundiertes Gartenwissen. Entdecke praktische Anleitungen, die dir helfen, deine Pflanzen optimal zu versorgen und Krankheiten frühzeitig zu erkennen. So bleibt dein Sichtschutz das ganze Jahr über kräftig und immergrün.

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Warum Kirschlorbeer die ideale Heckenpflanze ist

Der Kirschlorbeer, botanisch Prunus laurocerasus genannt, gehört zu den beliebtesten Heckenpflanzen in heimischen Gärten. Seine weite Verbreitung hat gute Gründe. Er vereint ästhetische Vorzüge mit funktionalen Eigenschaften, die ihn sowohl für Gartenneulinge als auch für erfahrene Landschaftsgestalter attraktiv machen. Als immergrünes Gehölz behält er sein dichtes Laub auch in der kalten Jahreszeit und sorgt so für eine durchgehende Struktur im Garten.

Ganzjähriger Sichtschutz und Lärmschutz

Ein Hauptgrund für die Wahl einer Kirschlorbeerhecke ist der zuverlässige Sichtschutz. Im Gegensatz zu laubabwerfenden Hecken wie der Hainbuche oder dem Feldahorn, die im Winter kahl stehen, schützt der Kirschlorbeer dein Grundstück zwölf Monate im Jahr vor neugierigen Blicken. Durch die großen, ledrigen Blätter und den dichten Wuchs bildet die Pflanze eine regelrechte grüne Wand. Diese Dichte bringt einen weiteren, oft unterschätzten Vorteil mit sich: Lärmschutz. Wenn dein Garten an einer viel befahrenen Straße oder einem belebten Fußweg liegt, schluckt das dichte Blattwerk einen merklichen Teil der Geräusche und hält zudem Staub und Abgase zurück.

Robustheit und Anpassungsfähigkeit

Kirschlorbeer ist ausgesprochen robust. Die Pflanze kommt mit den unterschiedlichsten Bodenverhältnissen zurecht, solange keine dauerhafte Staunässe herrscht. Auch an den Standort stellt sie keine komplizierten Ansprüche. Ob in der vollen Sonne, im Halbschatten oder sogar im tiefen Schatten großer Bäume wächst der Kirschlorbeer zuverlässig weiter. Diese Anpassungsfähigkeit macht ihn zu einer vielseitigen Lösung für fast jede Gartensituation. Zudem erholt sich das Gehölz selbst nach einem sehr starken Rückschnitt bis ins alte Holz meistens problemlos und treibt zügig wieder aus.

Die beliebtesten Kirschlorbeer-Sorten im Vergleich

Nicht jeder Kirschlorbeer ist gleich. Je nach Platzangebot, gewünschter Heckenhöhe und klimatischen Bedingungen eignen sich unterschiedliche Sorten. Manche wachsen stark in die Breite, andere bleiben schlank und aufrecht. Im Folgenden stellen wir dir die wichtigsten Sorten vor, damit du die richtige Wahl für dein Gartenprojekt treffen kannst.

Sorte Wuchsform Wuchsgeschwindigkeit Maximale Höhe Besonderheit
Novita Breit, buschig, aufrecht Sehr schnell (40-50 cm/Jahr) Bis 4 Meter Sehr frosthart, große tiefgrüne Blätter
Caucasica Schlank, straff aufrecht Schnell (30-50 cm/Jahr) Bis 3,5 Meter Ideal für schmale Hecken, reicher Blütenansatz
Etna Kompakt, sehr dicht Mittel (20-30 cm/Jahr) Bis 2,5 Meter Rötlicher Blattaustrieb, extrem frostresistent
Genolia Säulenförmig, schmal Mittel (30-40 cm/Jahr) Bis 3,5 Meter Perfekt für kleine Gärten, muss kaum in der Breite geschnitten werden
Rotundifolia Sehr breit, ausladend Sehr schnell (40-60 cm/Jahr) Bis 4 Meter Hellgrüne, runde Blätter, anfälliger für harten Frost

Prunus laurocerasus Novita

Die Sorte Novita ist eine Weiterentwicklung des bekannten Rotundifolia. Sie zeichnet sich durch große, glänzende Blätter aus und wächst enorm schnell. Innerhalb kurzer Zeit entsteht eine blickdichte Hecke. Der entscheidende Vorteil von Novita liegt in ihrer verbesserten Frosthärte und ihrer Resistenz gegenüber typischen Krankheiten. Wenn du schnell einen hohen und breiten Sichtschutz benötigst und ausreichend Platz im Garten hast, ist Novita eine hervorragende Wahl.

Prunus laurocerasus Caucasica

Caucasica ist die ideale Sorte, wenn die Hecke hoch, aber nicht allzu breit werden soll. Der Wuchs ist straff aufrecht. Die Blätter sind etwas schmaler und spitzer als bei Novita. Ein optisches Highlight bietet Caucasica im Mai, wenn sie unzählige weiße Blütenkerzen ausbildet, die einen angenehmen Duft verströmen und Insekten anlocken. Diese Sorte lässt sich durch regelmäßigen Schnitt wunderbar schmal halten.

Prunus laurocerasus Etna

Etna ist eine geschützte Sorte, die durch ihr besonderes Farbspiel besticht. Der Neuaustrieb im Frühjahr leuchtet in einem intensiven Bronze- bis Kupferrot, bevor sich die Blätter später dunkelgrün färben. Der Wuchs ist von Natur aus sehr kompakt und gedrungen. Da Etna etwas langsamer wächst, musst du sie seltener schneiden. Sie eignet sich hervorragend für mittelhohe Hecken bis etwa zwei Meter und gilt als eine der frosthärtesten Kirschlorbeer-Sorten überhaupt.

Prunus laurocerasus Genolia

Für kleine Gärten oder schmale Grundstücksgrenzen ist Genolia die beste Option. Durch ihre genetische Veranlagung wachsen die Äste fast senkrecht nach oben (säulenförmig). Selbst ohne Schnitt wird eine Genolia-Hecke selten breiter als einen Meter. Das spart nicht nur Platz im Beet, sondern auch enorm viel Arbeit beim jährlichen Heckenschnitt, da fast ausschließlich in der Höhe eingekürzt werden muss.

Kirschlorbeer richtig pflanzen: Schritt-für-Schritt-Anleitung

Der langfristige Erfolg deiner Hecke beginnt bei der Pflanzung. Werden hier Fehler gemacht, kümmert die Pflanze oft jahrelang vor sich hin. Mit der richtigen Vorbereitung und Technik ermöglichst du den Wurzeln einen optimalen Start.

Der optimale Standort und Boden

Wie bereits erwähnt, ist der Kirschlorbeer sehr tolerant, was den Standort betrifft. Ideal ist ein halbschattiger bis sonniger Platz. Der Boden sollte humos, nährstoffreich und vor allem durchlässig sein. Der größte Feind des Kirschlorbeers ist Staunässe. Stehen die Wurzeln dauerhaft im Wasser, faulen sie, und die Pflanze geht ein. Bei schweren, lehmigen Böden ist es daher zwingend erforderlich, eine Drainage-Schicht einzuarbeiten und die Erde mit reichlich Sand und Kompost aufzulockern.

Die beste Pflanzzeit

Ballenware (Pflanzen mit Erdballen in einem Jutetuch) und wurzelnackte Pflanzen solltest du ausschließlich in den Ruhephasen pflanzen. Die beste Zeit hierfür ist der frühe Herbst (September bis Oktober) oder das zeitige Frühjahr (März bis April), wenn der Boden frostfrei ist. Der Herbst ist besonders empfehlenswert: Der Boden ist noch vom Sommer aufgewärmt, und die typischen Herbstniederschläge sorgen für ausreichend Feuchtigkeit. Die Pflanze kann noch vor dem Winter neue Feinwurzeln bilden und startet im Frühjahr direkt mit dem Wachstum. Containerpflanzen (im Plastiktopf gewachsen) können hingegen theoretisch das ganze Jahr über gepflanzt werden, solange der Boden nicht gefroren ist und im Hochsommer extrem gut gewässert wird.

Der Pflanzvorgang

Damit die Pflanzen gerade und in gleichmäßigem Abstand stehen, gehst du am besten systematisch vor. Spanne zunächst eine Richtschnur entlang der geplanten Heckenlinie.

  • Pflanzgraben ausheben: Es ist oft einfacher, einen durchgehenden Graben zu ziehen anstatt einzelner Löcher. Der Graben sollte etwa doppelt so breit und tief sein wie der Wurzelballen.
  • Bodensohle auflockern: Lockere den Boden im Graben mit einer Grabegabel tiefgründig auf, um Staunässe vorzubeugen.
  • Boden verbessern: Mische den Aushub mit hochwertiger Pflanzerde, reifem Kompost und einer Handvoll Hornspänen als organischen Langzeitdünger.
  • Pflanzen einsetzen: Stelle die Pflanzen in den Graben. Achte darauf, dass sie exakt so tief stehen, wie sie zuvor im Topf oder in der Baumschule standen. Der obere Rand des Wurzelballens sollte bündig mit der Erdoberfläche abschließen. Pflanzt du sie zu tief, droht Fäulnis am Stamm.
  • Ausrichten und Verfüllen: Kontrolliere den Abstand (je nach Größe 2 bis 3 Pflanzen pro Laufmeter). Fülle die verbesserte Erde ein und trete sie vorsichtig, aber fest an.
  • Gießrand formen und wässern: Bilde um jede Pflanze einen kleinen Erdwall (Gießrand) und schlämme die Pflanzen durchdringend ein. Das Wasser sorgt dafür, dass die Erde an die Wurzeln gespült wird und keine Hohlräume im Boden bleiben.

Die optimale Pflege für gesunde Pflanzen

Obwohl der Kirschlorbeer als pflegeleicht gilt, benötigt er vor allem in den ersten Standjahren und bei extremen Witterungsbedingungen Aufmerksamkeit. Eine gesunde Pflanze wächst dichter, ist widerstandsfähiger gegen Krankheiten und verträgt Frost deutlich besser.

Richtig gießen und wässern

Nach der Pflanzung ist eine regelmäßige Wasserversorgung entscheidend. In den ersten Monaten darf der Boden nie komplett austrocknen. Doch auch eingewurzelte Pflanzen brauchen in Trockenperioden Wasser. Ein häufiger Fehler ist das oberflächliche Gießen. Wässere lieber ein- bis zweimal pro Woche sehr ausgiebig (ca. 10 bis 20 Liter pro Pflanze, je nach Größe) als jeden Tag ein bisschen. So zieht das Wasser tief ins Erdreich, und die Pflanze bildet tiefer liegende Wurzeln aus.

Wichtig im Winter: Kirschlorbeer verdunstet als immergrüne Pflanze auch im Winter Wasser über die Blätter. Wenn der Boden gefroren ist und gleichzeitig die Wintersonne auf die Hecke scheint, kann die Pflanze kein neues Wasser aus dem Boden ziehen. Die Folge sind braune, vertrocknete Blätter im Frühjahr (sogenannte Frosttrocknis). Gieße den Kirschlorbeer daher in den Wintermonaten an frostfreien Tagen unbedingt durchdringend.

Kirschlorbeer düngen: Wann und womit?

Eine gezielte Nährstoffversorgung unterstützt das schnelle Wachstum und sorgt für sattgrüne Blätter. Die Hauptdüngung erfolgt im Frühjahr (März/April). Hierfür eignet sich reifer Kompost, Hornspäne oder ein spezieller Langzeitdünger für Heckenpflanzen oder immergrüne Gehölze. Diese organischen oder mineralisch-organischen Dünger geben die Nährstoffe langsam ab und verhindern eine Überdüngung.

Eine zweite, ganz entscheidende Düngung findet im späten August oder frühen September statt. Hier wird jedoch kein stickstoffbetonter Dünger mehr verwendet (Stickstoff regt das Wachstum von weichen, frostempfindlichen Trieben an). Stattdessen nutzt du einen Kaliumdünger wie Patentkali (Kalimagnesia). Kalium stärkt die Zellwände und macht das Laub robust gegen Frost und Kälte.

Der perfekte Schnitt für eine dichte Hecke

Der Schnitt ist essenziell, um den Kirschlorbeer in Form zu halten und eine blickdichte Verzweigung zu fördern. Unbeschnitten neigen viele Sorten dazu, im unteren Bereich zu verkahlen und aus der Form zu geraten.

Der beste Zeitpunkt zum Schneiden

Der ideale Zeitpunkt für den Hauptschnitt ist das späte Frühjahr, etwa von Mitte bis Ende Februar (vor dem Neuaustrieb und an frostfreien Tagen) oder kurz nach der Blüte Ende Juni. Bitte beachte unbedingt die gesetzlichen Bestimmungen: Nach dem Bundesnaturschutzgesetz ist ein radikaler Rückschnitt (auf den Stock setzen) in der Zeit vom 1. März bis zum 30. September verboten, um nistende Vögel zu schützen. Leichte Form- und Pflegeschnitte sind jedoch ganzjährig erlaubt. Prüfe die Hecke vor dem Schnitt dennoch immer auf Vogelnester.

Die richtige Werkzeugwahl

Es ist ein weit verbreiteter Fehler, Kirschlorbeer mit einer elektrischen oder benzinbetriebenen Heckenschere zu schneiden. Die rotierenden Messer zerschneiden die großen Blätter gnadenlos. Die Folge sind unschöne, ausgefranste und braun werdende Blattränder, die das Gesamtbild der Hecke für Monate ruinieren. Zudem bieten diese Schnittwunden an den Blättern eine leichte Eintrittspforte für Pilzkrankheiten.

Verwende für den Kirschlorbeer immer eine scharfe Hand-Heckenschere oder eine Gartenschere (Rosenschere). Schneide die Triebe gezielt kurz über einem Blattknoten ab. Das erfordert zwar etwas mehr Zeit und Mühe, belohnt dich aber mit einer makellosen, gesunden Optik.

Schnitttechnik für Hecken

Schneide deine Hecke idealerweise in einer leichten Trapezform (A-Form). Das bedeutet, die Hecke bleibt unten etwas breiter als oben. Diese Form stellt sicher, dass auch die unteren Zweige ausreichend Sonnenlicht abbekommen und die Hecke nicht von unten her verkahlt. Zudem verhindert die schmalere Krone im Winter, dass schwere Schneelasten die Äste auseinanderdrücken und abbrechen.

Krankheiten und Schädlinge erkennen und behandeln

Obwohl der Kirschlorbeer robust ist, können gelegentlich Krankheiten oder Schädlinge auftreten. Ein wachsames Auge hilft, Probleme frühzeitig zu erkennen und schonend gegenzusteuern.

Schrotschusskrankheit

Die Schrotschusskrankheit ist eine Pilzinfektion und das wohl häufigste Problem beim Kirschlorbeer. Sie äußert sich durch rötlich-braune Flecken auf den Blättern. Nach einiger Zeit trocknet das Gewebe an diesen Stellen ein und fällt heraus. Die Blätter sehen dann aus, als hätte jemand mit Schrot darauf geschossen. Die Krankheit tritt oft in feuchten Frühjahren auf.

Maßnahmen: Schneide stark befallene Triebe großzügig heraus. Sammle abgefallenes Laub unter der Pflanze auf und entsorge es im Hausmüll (nicht auf dem Kompost, da die Pilzsporen dort überleben). Bei einem leichten Befall erholt sich die Pflanze meist von selbst. Vermeide es beim Gießen, die Blätter nass zu machen. In schweren Fällen kann der Einsatz eines zugelassenen Fungizids aus dem Fachhandel helfen.

Echter und Falscher Mehltau

Mehltau erkennst du an einem weißen, mehligen Belag, meist auf der Blattoberseite (Echter Mehltau) oder an einem grauen Pilzrasen auf der Blattunterseite (Falscher Mehltau). Oft verformen sich die betroffenen Blätter, wellen sich und vertrocknen schließlich.

Maßnahmen: Betroffene Triebspitzen sollten umgehend abgeschnitten und entsorgt werden. Achte auf einen luftigen Stand der Pflanzen. Ein bewährtes Hausmittel gegen Echten Mehltau ist eine Mischung aus frischer Milch und Wasser (Mischungsverhältnis 1:8). Die darin enthaltenen Mikroorganismen bekämpfen den Pilz. Besprühe die Blätter damit einmal wöchentlich.

Der Dickmaulrüssler

Der nachtaktive gefurchte Dickmaulrüssler hinterlässt ein sehr charakteristisches Schadbild: den sogenannten Buchtenfraß. Die Blattränder sehen aus, als wären kleine, halbkreisförmige Stücke herausgestanzt worden. Der Fraßschaden an den Blättern ist meist nur ein optisches Problem. Gefährlicher sind die Larven des Käfers, die im Boden leben und die Wurzeln der Pflanze abfressen.

Maßnahmen: Sammle die erwachsenen Käfer nachts im Schein einer Taschenlampe ab. Gegen die Larven im Boden hilft der Einsatz von parasitären Nematoden (Fadenwürmern), die du über das Gießwasser ausbringst. Diese natürlichen Gegenspieler sind hochwirksam, völlig biologisch und für Menschen sowie Haustiere absolut ungefährlich.

Kirschlorbeer vermehren: So gelingt es

Wenn du deine bestehende Hecke verlängern möchtest, kannst du Kirschlorbeer recht einfach selbst vermehren. Da es sich um Klone der Mutterpflanze handelt, behalten sie exakt dieselben Eigenschaften (wie Wuchsform und Blattfarbe).

Vermehrung durch Stecklinge

Die Stecklingsvermehrung erfolgt am besten im Frühsommer. Schneide etwa 15 bis 20 Zentimeter lange, halb verholzte Triebspitzen ab. Entferne die unteren Blätter, sodass nur die obersten zwei bis drei Blattpaare stehen bleiben. Um die Verdunstung zu reduzieren, kannst du die verbliebenen großen Blätter mit einer Schere um die Hälfte einkürzen. Stecke die Triebe in kleine Töpfe mit nährstoffarmer Anzuchterde. Halte die Erde stets feucht und stelle die Töpfe an einen hellen, aber schattigen Platz ohne direkte Mittagssonne. Eine übergestülpte transparente Plastiktüte sorgt für hohe Luftfeuchtigkeit (Gewächshausklima). Nach einigen Wochen bilden sich Wurzeln.

Vermehrung durch Absenker

Eine noch einfachere Methode ist die Vermehrung durch Absenker, die sich besonders für Sorten eignet, deren Äste tief hängen. Biege im Frühjahr einen langen, bodennahen Trieb nach unten. Ritze die Rinde an der Stelle, die den Boden berührt, leicht an. Grabe dort eine kleine Mulde, drücke den Trieb hinein und bedecke die Stelle mit Erde. Die Triebspitze muss noch aus der Erde herausschauen. Beschwere den Trieb mit einem Stein oder fixiere ihn mit einem Drahthaken im Boden. Bis zum nächsten Frühjahr hat der Zweig an der verwundeten Stelle eigene Wurzeln gebildet. Er kann dann von der Mutterpflanze abgetrennt und an seinen neuen Bestimmungsort gepflanzt werden.

Der ökologische Aspekt des Kirschlorbeers

Der Kirschlorbeer steht bei Naturschützern gelegentlich in der Kritik, da er als nicht heimische Pflanze (Neophyt) weniger Insekten und Vögeln Nahrung bietet als beispielsweise eine Weißdorn- oder Schlehenhecke. Dennoch ist er ökologisch nicht wertlos. Seine dichten Äste bieten vielen heimischen Vogelarten wie der Amsel, dem Rotkehlchen oder dem Zaunkönig hervorragende, wetter- und katensichere Nistplätze. Zur Blütezeit im Frühjahr werden die weißen Rispen zudem rege von Bienen und Hummeln besucht. Wer einen großen Garten hat, kann den Kirschlorbeer wunderbar als immergrünen Hintergrund nutzen und davor blühende, heimische Stauden und kleinere Sträucher pflanzen, um eine ökologische Balance zu schaffen.

FAQ: Häufig gestellte Fragen zum Kirschlorbeer

Ist Kirschlorbeer giftig?

Ja, alle Teile des Kirschlorbeers sind giftig. Sie enthalten cyanogene Glykoside, die im Magen Blausäure freisetzen. Besonders die Blätter und die schwarzen Beeren weisen eine hohe Konzentration auf. Das Fruchtfleisch der Beeren ist zwar fast ungiftig, die Samen im Inneren jedoch hochgradig toxisch, wenn sie zerbissen werden. Für Erwachsene besteht meist keine akute Lebensgefahr, doch bei kleinen Kindern und Haustieren (wie Hunden, Katzen oder Pferden) ist höchste Vorsicht geboten. Wer kleine Kinder hat, sollte die Hecke direkt nach der Blüte schneiden, damit gar nicht erst Beeren angesetzt werden.

Wie schnell wächst Kirschlorbeer?

Das Wachstum hängt stark von der Sorte, dem Standort und der Nährstoffversorgung ab. Schnellwüchsige Sorten wie Novita oder Rotundifolia können unter optimalen Bedingungen 40 bis 60 Zentimeter pro Jahr zulegen. Kompaktere Sorten wie Etna wachsen eher 20 bis 30 Zentimeter jährlich. Durch regelmäßiges Düngen und optimale Bewässerung lässt sich das Wachstum in den ersten Jahren maximieren.

Wie viel Abstand brauche ich zum Nachbarn?

Der gesetzliche Grenzabstand für Hecken ist im Nachbarrechtsgesetz des jeweiligen Bundeslandes geregelt. Oft gilt die Faustregel: Bei Hecken bis 2 Meter Höhe muss ein Abstand von mindestens 50 Zentimetern eingehalten werden (gemessen von der Mitte des Stammes bis zur Grenze). Da Kirschlorbeer sehr in die Breite wachsen kann, solltest du jedoch freiwillig einen größeren Abstand (mindestens 70 bis 100 cm) einplanen. So kannst du die Hecke auf deiner Seite der Grenze bequem schneiden, ohne das Nachbargrundstück betreten zu müssen.

Kann ich Kirschlorbeer im Kübel halten?

Grundsätzlich ja, allerdings wächst Kirschlorbeer stark und entwickelt tiefe Wurzeln. Für die dauerhafte Haltung im Kübel eignen sich kompakte, langsam wachsende Sorten wie Etna am besten. Der Kübel muss zwingend groß genug sein und über Abflusslöcher verfügen, damit Wasser gut ablaufen kann. Beachte, dass Kübelpflanzen anfälliger für Frost sind, da die Wurzeln nicht durch die tiefe Erde geschützt sind. Im Winter muss der Kübel mit Vlies oder Noppenfolie umwickelt und auf einen isolierenden Holz- oder Styroporblock gestellt werden.

Was tun bei gelben Blättern?

Gelbe Blätter beim Kirschlorbeer können verschiedene Ursachen haben. Wenn alte Blätter im Inneren der Hecke gelb werden und abfallen, ist das ein natürlicher Prozess – auch immergrüne Pflanzen erneuern ihr Laub. Sind jedoch junge Blätter betroffen oder ganze Äste vergilben, liegt meist ein Pflegefehler vor. Oft ist es Staunässe, die zu Wurzelfäulnis führt. Eine weitere häufige Ursache ist Nährstoffmangel (besonders Stickstoff- oder Eisenmangel), der durch gezielte Düngung behoben werden kann. Auch extreme Trockenheit oder starker Frost im Winter können im Frühjahr gelbe Blätter verursachen.

Wie schütze ich den Kirschlorbeer im Winter?

Etablierte, in den Boden gepflanzte Kirschlorbeerhecken benötigen in unseren Breitengraden normalerweise keinen speziellen Winterschutz. Wichtig ist die bereits erwähnte Vorbereitung im späten Sommer durch einen Kaliumdünger (Patentkali), der die Triebe ausreifen lässt. Der wichtigste Schutzmaßnahme im Winter ist die Bewässerung an frostfreien Tagen, um die gefährliche Frosttrocknis zu vermeiden. Jungpflanzen im ersten Standjahr können in extrem kalten, ungeschützten Lagen mit einem speziellen Wintervlies abgedeckt werden, um sie vor eisigen Ostwinden zu schützen.